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Montag, 24. Oktober 2011

Kung Fu Panda 2 startet richtig durch

© Paramount
In Teil 1 wurden die Figuren eingeführt, Teil 2 kann deshalb richtig loslegen! Von Anfang an wird ein hoher Grad an Action geboten, die mit Liebe zu Detail und mit reichlich Kreativität umgesetzt wurde. Schon der Vorgänger machte deutlich, dass die Macher dem Kampffilmgenre Ehre erweisen wollten. Dieses Ziel erreichten sie und machten damit in gleicher Weise in Kung Fu Panda 2 weiter.
Der Humor kommt natürlich auch nicht zu kurz in diesem Film. Dabei spielt nicht nur die tapsige Putzigkeit der schwarz-weiß gestreiften Titelfigur eine Rolle, sondern auch die anderen Charaktere, die unheimlich einprägsam sind, sowie die sauber platzierten Gags. Natürlich hat nicht jede Figur einen entscheidenden Part, aber in welchem Film ist das schon der Fall?
Auch das Herz wird berührt, besonders in einer Szene. Wer nah am Wasser gebaut ist, sollte dort schnell die Taschentücher auspacken.

Lobenswert sind auch noch der 3D-Einsatz und die Musik. Ersteres deshalb, da die Dimensionserweiterung sich hier endlich einmal lohnt. Bestimmt ist in diesem Bereich noch mehr drin, aber so wie es hier gemacht wurde, hat 3D seine Berechtigung. Letzteres ist das Verdienst von Hans Zimmer, der wieder einmal beweist, dass er sein Fach beherrscht. Da empfiehlt es sich auch, den Abspann noch mitzunehmen, denn der Song, der da läuft, ist große Klasse.

Alles in allem ist Kung Fu Panda 2 ein echter Durchstarter und kann seinen Vorgänger sogar überholen. Und die Chancen auf den Titel des Animationsfilm des Jahres stehen auch verdammt gut.

8,5 von 10 Punkten

Montag, 17. Oktober 2011

Robots - Gar nicht putzig

© 20th Century Fox
Animationsfilme werden ja gerne mal so zart wie neugeborene Hunde behandelt. Die Welpen werden warm eingepackt, betüddelt und beinahe zu Tode gekuschelt. Dabei ist es scheißegal, ob das Vieh grenzdebil ist, es den Schwanz auf dem Kopf hat oder schon direkt nach der Geburt die ganze Bude vollömmelt. Is' ja trotzdem soooo putzig!

Für kleine Hunde mag das zwar gelten, nicht aber für Animationsfilme, die aber meist genauso wohlwollend aufgenommen werden. Scheinbar gilt das auch für Robots. Dieser Film stinkt. Er stinkt nach Einfallslosigkeit, abgeranzten Gags und einer Geschichte, bei der man mit der Bezeichnung 08/15 eher das namensgebende Gewehr beleidigt als den Film.

Dass man diesem animierten Pfund Schnitz trotzdem noch ein paar Punkte geben kann, hängt damit zusammen, dass auch noch der blindeste Witzeschreiber in anderen Filmen den ein oder anderen halbwegs brauchbaren Joke entdeckt. Da gratuliere ich natürlich recht herzlich und applaudiere ganz leise mit Daumen und Zeigefinger, bleibe aber trotzdem dabei, dass Robots mit einem Dropkick ins Aus befördert wurde.

2 von 10 Punkten

Freitag, 7. Oktober 2011

Sunshine Reggae auf Ibiza - Wenn's Karl Dall in den Süden zieht...

© Cent-Entertainment
Rita: „Kratz mich, beiss mich, gib mir Tiernamen, sag was Wildes!“
Slowly: “Wildsau!”
Rita: “Wildsau?!”

Ich gebe es ja zu: die Witze sind gottserbärmliche Kalauer, völlig doof und total albern. Die Story ist nur semi-existent, die Schauspieler sind keine, sondern so Knaller wie Karl Dall, Werner Böhm (Gottlieb Wendehals, ihr wisst schon: „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse...“) oder die Erotikikone Bea Fiedler. Brachial radikal wird es am Ende, denn da hat auch noch Helga Feddersen ihren Auftritt. Feddersen und Dall gemeinsam auf der Mattscheibe – da weiß man, was einem blüht. Das ist dermaßen schrill, dass es einen geradewegs umhauen könnte.

Suleika (Helga Feddersen): „Was machst du denn für ein Gesicht?“
Karl (Dall): „Wenn ich Gesichter machen könnte, was meinst du, wie wir beide aussehen würden?“

Ja, es gibt auch noch so etwas wie eine Geschichte, besser gesagt: ein paar Geschichten, die allesamt sehr wenig Potential besitzen, und eigentlich nur aus Stichworten für Klamauk oder Nacktszenen bestehen.

Christa: „Wie wollt ihr die Eier haben?“
Frankie: „Also ich will sie am liebsten gestreichelt...“

Aber ich stehe dazu: dieser völlig sinnentleerte Quatsch bereitet mir Freude. Das ist schwach, das ist schwachsinnig, das führt zu einem Schwächeanfall – aber was soll’s? Wer erwartet Qualität? Wer erwartet Sinn? Wer erwartet von solch einem Film überhaupt etwas? Ich jedenfalls nicht. Und schließen möchte ich mit einem weiteren Bonmot aus diesem „Meisterwerk“:

Karl (Dall) zu Suleika (Helga Feddersen): „Ich bin gleich wieder da, heißgeliebte Sumpfdotterblume!“

7 von 10 Punkten

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Zombie Self Defense Force - Splatter auf die trashige Art

© I-On New Media
100%iger Trash - aber wenn ein Film schon Zombie Self Defense Force heißt, ist die Chance auf einen Film im A- oder zumindest gediegenen B-Bereich eher gering.

Aber wisst ihr was? Das ist völlig egal! Die Macher sind sich jederzeit der Tatsache bewusst, dass sie Trash produzieren und das zelebrieren sie mit Hingabe: vom Zombie-Baby über meterhohe Blutfontänen bis hin zu abgetrennten Körperteilen, die so unecht aussehen, dass es selbst Corinna May mit Augenbinde erkennt - und obendrein gibt es noch eine der süßesten Nervbratzen aller Zeiten. Die würde ich am liebsten in meinen Kaffee tunken, damit der zuckriger schmeckt...

Fazit:  

Wer keine Freude an blutigem Zombie-Schwachsinn hat, der bekommt hier Ausschlag. Trashfans dürfen jedoch beherzt zugreifen...

6,5 von 10 Punkten

Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes - Wenn ein Titel alles sagt

© KNM/Movie Power
Zusammenfassung des Films: (SPOILER)

Für die USA sind Avocados wichtig (warum auch immer) und vor allem soll die Avocadoernte nicht in kommunistische Hände fallen (WTF?!). Das große Problem: der Dschungel, in dem die ach so wichtigen Avocados wachsen wird von männermordenden Kannibalinnen beherrscht und zu allem Übel wurde auch noch die Schriftstellerin Dr. Francine Kurtz (da kommt Freude auf: Adrienne Barbeau!) von den Piranhafrauen, so nennen sich die bissigen Damen, verschleppt. Da kann es nur eine logische Lösung geben: die Völkerkundlerin und Feminismusprofessorin am Spritzer-College (nochmal: WTF?!) Dr. Margo Hunt (Shannon Tweed = Professorin. Für Feminismus. *schädelplatz*) muss in den Dschungel und die Piranhafrauen zur Umsiedlung nach Malibu bewegen (-> Ich brech zusammen!). Klar, alleine ist das öde, deshalb kommt die dumm-naive Studentin Bunny (ihr größter Traum ist übrigens, mit rosa Lakritzstangen ausgepeitscht zu werden (auch hier wieder: WTF?!)) mit. Bevor es in den Urwald geht, muss man noch Unterstützung beim Wegfinden besorgen - eine Kneipe vor Ort hilft. Ein schwarzer Rambo, ein Ninja und ein eisenbiegender Wrestler kneifen, als sie hören, dass es zu den Piranhaweibern geht. Aber welch Zufall: Dr. Hunts alter Freund, der Obermacho Jim (jetzt kommt's: Bill Maher!) ist anwesend und übernimmt den Job - trotz aller Differenzen.

Sie fahren dann also in den Dschungel, dann schippern sie über einen Fluss, erschießen dabei ein fies garstiges Palm Springs Flusspferd (zumindest in der deutschen Synchro), eine Unterart des afrikanischen Flusspferdes, aber (hier lernt man noch was!) GENAUSO gefährlich (Ja ja, passt auf, wenn euch ein Palm Springs Flusspferd im Supermarkt begegnet oder im Kino neben euch sitzt, die sind unfreundlich!) - allerdings sieht man gar kein Tier im Bild, was führ mich nur bedeuten kann, dass diese Unterart auch noch verdammt schnell sein muss...

Aber weiter im Text: irgendwann gehen sie wieder an Land, treffen da auf einen devoten Männerstamm, der aber von Macho Jim per Bier im Männlich-Sein unterrichtet wird. Dann geht die Reise weiter und irgendwann kommen dann die Piranhafrauen ins Spiel. Die feministische Endlösung kann für die nur heißen: alle Männer verspeisen.

Aber damit dann noch nicht genug: es gibt auch noch die Barracudafrauen, die sich von den Piranhaladies abgespalten haben, weil sie zum maskulinen Mahl lieber Crème Fraîche wollten als Guacamole...
Wie es ausgeht? Ich würde sagen: wenig überraschend. Aber nach den ganzen Spoilern möchte ich das Ende nicht auch noch verraten...

Fazit:

Bescheuert. Extrem bescheuert.
Trash. Richtiger Trash.
Billig. Sehr billig. (ich glaube, ich habe mehr für die DVD gezahlt, als der Film gekostet hat)
Klamauk. Völliger Klamauk.

Ob ich den Film empfehlen würde? Ja - mit Kumpels (sollten trashaffin sein!), Alkohol und verschreibungspflichtigen Medikamenten angucken, dann ist es ein Hit.
Und auch sonst: wer sich nicht scheut, mal was im unteren B-Filmbereich anzugucken und dieser auf Film gebannten Blödheit was abgewinnen kann, der sollte hier mal hingucken...

Zum Abschluss noch ein Zitat, dass auf der DVD-Hülle steht:
"Männertraum und B-Film-Ikone Shannon Tweed glänzt als Feminisimus-Professorin Dr. Margo Hunt in dieser turbulent-rasanten Abenteuerkomödie..." Na klar...

8 von 10 Punkten