Samstag, 8. Oktober 2011

Die rote Flut - Antikommunistisches Zeitdokument

© MGM
Die rote Flut ist kein Film über Menstruationsbeschwerden, sondern ein kontrovers diskutierter Kriegsfilm von John Milius. Weshalb ist er umstritten? Weil die US-Amerikaner, respektive die jugendlichen "Wolverines", als sich verteidigende, gewitzte und aufrechte Menschen gezeigt werden und die Besatzer als stumpfe, dumme und brutale Rohlinge. Böse Kommunisten, mehr Tier denn Mensch, gegen freiheitsliebende Demokraten.

Damals, in einer bipolaren Welt, mitten in einer Eiszeit des Kalten Kriegs, empfanden manche das wohl als unnötige Provokation. Aber bleiben wir realistisch: Abgesehen vom populären Reaganianismus beruft sich dieser Film auf Genrekonventionen, Okkupanten finster zu zeichnen und ein schwarz/weiß-Muster zu kreieren, um die klassische Gut vs. Böse-Konstellation zu erreichen. Das mag nicht schön oder korrekt sein, ist aber gängige Praxis. Der Aufschrei war im Grunde nur der Zeit und dem Gegner geschuldet. Der gleiche Film mit Nazis, Faschisten oder mongolischen Horden hätte wohl niemanden gekratzt.

Fazit:

Mittlerweile ist Die rote Flut schon beinahe ein Zeitdokument aus einer Phase, in der beide Seiten sich noch einmal klar positionierten. Damals als antikommunistische Propaganda angesehen, ist der Film heute nicht mehr als ein normaler Actioner.

6,5 von 10 Punkten

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